Theorienacht im Black Pigeon



Freitag, 4.8., ab 20 Uhr

Wolltet ihr schon immer mal so was wie ne LAN-Party machen, nur eben für Theorie-Nerds? Eine Nacht mit koffeinhaltigen Gestränken, Knabberkram und allerlei interessanten Texten in netter Runde verbringen? Falls das ansprechend klingt, haben wir am 4.8. im Black Pigeon _die_ Gelegenheit für euch.

Die Idee dahinter ist schnell erklärt: Leute bringen interessante Texte zu verschiedensten Themen mit. Aus der so entstehenden Auswahl kann sich dann nach Lust und Laune etwas ausgesucht werden und dann wird vor sich hingelesen. Ab und an setzen wir uns dann bei Bedarf zusammen und diskutieren und erzählen, was wir da so Spannendes in uns aufgesogen haben.

Falls ihr jetzt schon Lektürevorschläge für den Abend habt, schickt uns gerne eine Mail an glitzerundkrawall[ät]riseup.net.
Ansonsten fühlt euch frei, am Abend spontan etwas mitzubringen oder wenn euch nichts einfällt einfach zu gucken, was vor Ort ist.

Wir freuen uns auf einen gemütlichen und schönen Abend!

Eine Nation, eine Flagge, ein Geschlecht? – Die Türkei unter Erdogan

Wer sich schon einmal in die Thematik einlesen will, der_dem sei dieser Artikel der Referentin in der ak empfohlen.

Kino-Abend im #squatbo

english below


Samstag, 10.6., 19 Uhr

Am kommenden Samstag veranstalten wir einen Kino-Abend im besetzten Haus in der Herner Straße 131 in Bochum. Der Abend ist als Auftakt zu einer regelmäßigen Filmreihe gedacht, bei der wir Dokus und Spielfilme zu verschiedenen politisch interessanten Themen zeigen. Es soll ein netter Abend mit warmem Essen gegen Spende, Snacks, Getränken und je nach Lust und Laune spannenden Diskussionen werden.
Diesen Samstag zeigen wir einen Spielfilm über das Leben mehrerer Generationen von Frauen in einem kleinen Dorf, die sich patriarchalen und religiösen Konventionen widersetzen.
Der Film wird auf deutsch mit englischen Untertiteln gezeigt.

Movie-Night at #squatbo

Saturday, 10.6., 7 pm

Next Saturday we are organizing a movie-night in the squat at Herner Straße 131 in Bochum. This will be the start of a regular series of film screenings, where we will show documentaries and movies to different politically interesting topics. It’s supposed to be a nice evening with hot food for donation, snacks, drinks and – if people feel like it – interesting discussions.
This Saturday we will show a movie about the lives of several generations of women resisting patriarchal and religious conventions in a small village.
The movie will be shown in German with English subtitles.

Offenes Bandentreffen am 1.6.



… hast Bock auf herrschaftskritische Politik?

… findest, dass Queerfeminismus, Antisemitismuskritik, Antirassismus/Critical Whiteness und Antikapitalismus sich nicht ausschließen, sondern einander bedingen?

… isst gerne Kuchen?

Dann komm doch zu unserem
offenen Bandentreffen!

Wir sind eine Bande, die sich letztes Jahr gegründet hat, um linksradikale Herrschaftskritik weiterzuentwickeln, sichtbar zu machen und in konkrete Kämpfe einzubringen. Dafür haben wir bisher z.B. Vorträge, Lesekreise und kulturelle Veranstaltungen organisiert. Zudem beteiligen wir uns an Demos und solchem Gedöns und arbeiten dabei auch mit anderen Gruppen zusammen.
Erfahrungsgemäß geht so etwas mit mehr Leuten besser. Deshalb laden wir zu einem offenen Treffen!

Wenn du unsere inhaltliche Ausrichtung ganz ok findest (Selbstverständnis findest du hier) bist du herzlich willkommen.

Wann? Donnerstag, 1.6.2017, 18 Uhr
Wo? Westpark Bochum, vor der Jahrhunderthalle

Wenn du an dem Termin nicht kannst, aber uns trotzdem gerne kennenlernen würdest, schick eine Mail an glitzerundkrawall@riseup.net

Redebeitrag bei „Reclaim the City“

Aus der „Reclaim the City“-Tanzdemo wurde wegen Dauerregen doch nur eine Kundgebung. Hier findet ihr die Pressemitteilung des Netzwerkes „Stadt für Alle“. Trotzdem gibt es gute Neuigkeiten, denn zeitgleich zur Kundgebung wurde ein leerstehendes Haus in der Herner Straße 131 besetzt. Aktuelle Updates hierzu gibt es auf Twitter.
Hier unser Redebeitrag von der Kundgebung:

Wir freuen uns, dass ihr heute mit uns gegen diese katastrophale Wohnungspolitik demonstriert.
Die Probleme sind schon benannt worden: Es mangelt an bezahlbarem Wohnraum, gerade für Geflüchtete, die bei der Wohnungssuche diskriminiert werden. Es mangelt auch an Orten des Zusammenkommens und der unkommerziellen Kultur. Gleichzeitig stehen unglaublich viele Gebäude und Wohnungen leer.

Dieser Unsinn hat System und dieses System heißt Kapitalismus.
Im Kapitalismus werden die Bedürfnisse der Menschen eben nur erfüllt, wenn sich daraus Profit schlagen lässt.
Grund dafür ist nicht in erster Linie das bösartige Verhalten einiger Immobilienhaie (auch wenn das wahrscheinlich oft Arschlöcher sind), sondern dem Kapitalismus inhärente Gesetze und Zwänge.

Im Kapitalismus stehen die Menschen in ständiger Konkurrenz zueinander. Wer keine Produktionsmittel besitzt – und das ist ein großer Teil der Menschen – muss seine Arbeitskraft verkaufen und einer Lohnarbeit nachgehen. Arbeitsplätze werden jedoch durch steigende Automatisierung immer mehr zur Mangelware. In einer an den Bedürfnissen der Menschen orientierten Gesellschaft könnte diese Automatisierung zu einem mehr an Freizeit und Genuss führen, im Kapitalismus führt sie jedoch zu Prekarisierung, Arbeitslosigkeit und somit Armut. Die so überflüssig gemachten können sich ebenso wie Geringverdienende oftmals keine guten Wohnungen leisten.
Geflüchtete und People of Color haben es hier noch einmal doppelt schwer, da sie durch rassistische Diskriminierung sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch bei der Wohnungssuche schlechtere Chancen haben. Geflüchtete haben oftmals noch nicht einmal das Recht zu arbeiten und müssen in Massenunterkünften leben.

Doch nicht nur die Lohnabhängigen konkurrieren miteinander, sondern auch die Unternehmen. Sie sind der Logik der Gewinnmaximierung unterworfen. Das bedeutet sie müssen stetig Gewinn erwirtschaften, um reinvestieren zu können und nicht von ihren Konkurrent*innen vom Markt verdrängt zu werden. Dies gilt auch für Wohnbauunternehmen, die beispielsweise durch Mieterhöhungen ihren Gewinn steigern müssen.

Nun könnten wir uns fragen: Warum tut die Stadt nichts dagegen?
Um handlungsfähig zu sein, benötigt die Stadt wie alle anderen staatlichen Ebenen Steuereinnahmen. Die bekommt sie nicht von Armen, bei denen eh nichts zu holen ist, sondern eher von Besserverdienenden und von Unternehmen. Deshalb hat sie ein Interesse daran, möglichst viele Besserverdienende und Unternehmen im eigenen Stadtgebiet anzusiedeln und steht dabei in Standortkonkurrenz zu anderen Städten. Wenn wir dafür sorgen wollen, dass die Stadt eine andere Politik betreibt, braucht es dafür Druck von der Straße.

Damit sind wir bei der Frage angelangt: Was setzen wir der kapitalistischen Wohnungspolitik entgegen?

In den Recht-auf-Stadt- und Stadt-für-Alle-Bewegungen werden unterschiedliche Konzepte diskutiert. Klar ist vielen: Das Privateigentum von Unternehmen an Immobilien ist ein Problem, Wohnraum muss vergesellschaftet werden. Doch wie?
Einige wollen dafür sorgen, dass die Stadt selbst kommunalen Wohnungsbau betreibt und somit bezahlbare Wohnungen zur Verfügung stellt. Andere sehen mehr Potential in Modellen selbstorganisierter Wohnungsgenossenschaften wie beispielsweise dem Mietshaussyndikat.
Auch wenn beide Modelle zweifellos besser sind als der private Wohnungsmarkt und mehr Menschen den Zugang zu für sie bezahlbarem Wohnraum sichern, so ist es doch wichtig uns über ihre Beschränkungen bewusst zu werden.
Denn auch Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnbaugesellschaften müssen sich selbst finanzieren, wenn sie nicht staatlich bezuschusst werden. Das heißt auch, dass im Zweifel die Miete erhöht werden muss, um etwa Sanierungen bezahlen zu können. Auch sie sind Marktgesetzen unterworfen, beispielsweise wenn sie bei Banken Kredite aufnehmen um neue Investitionen zu tätigen.

Wenn wir gutes Wohnen für alle verwirklichen wollen, dann geht das also nur ohne Kapitalismus. Die Vergesellschaftung von Wohnraum setzt einen radikalen Bruch mit der Wert- und Warenform voraus. Das heißt, dass Güter (wie z.B. auch Wohnungen) nicht in Form von Waren nur gegen Geld erhältlich sind, sondern dass alles was gebraucht wird, nach gemeinschaftlicher Planung produziert und frei zur Verfügung gestellt wird. Das bedeutet nicht, dass alle Probleme verschwinden. Wenn wir uns das Thema Wohnen angucken, wird z.B. geklärt werden müssen, wer wo wohnen darf und wie viel Wohnraum einem Menschen oder einer zusammenlebenden Gemeinschaft von Menschen zugestanden wird. Doch werden diese Fragen nicht mehr über die Herrschaft des Wertes geklärt (dass also nur eine Wohnung bekommt, wer sie bezahlen kann), sondern auf basisdemokratische Art und Weise wie etwa in einem Rätesystem.

Der Kapitalismus wird jedoch nicht durch mehr oder weniger kluge Redebeiträge wie diesen hier überwunden, sondern nur durch eine kämpfende Bewegung. Auch wenn die Überwindung des Kapitalismus noch sehr fern scheint, so ist es trotzdem wichtig, schon im hier und jetzt diese Bewegung aufzubauen.
Dazu kann es auch gehören, Verbesserungen im Bestehenden zu erkämpfen und beispielsweise Druck auf die Stadt auszuüben, damit diese ihre Wohnungspolitik ändert. Die Bewegung nimmt im besten Fall aber auch schon Elemente der Revolution und der befreiten Gesellschaft vorweg. Dies geschieht etwa durch Hausbesetzungen.
Durch Hausbesetzungen wird ganz konkret und direkt die Eigentumslogik in Frage gestellt. Indem ein Haus besetzt wird, wird gesagt: Wir brauchen dieses Haus, wir nehmen es uns. Wir bezahlen kein Geld, keine Miete dafür. Wir erkennen eure Eigentumstitel nicht an, wir vergesellschaften.