Archiv der Kategorie 'Vortrag'

Eine Nation, eine Flagge, ein Geschlecht? – Die Türkei unter Erdogan

Wer sich schon einmal in die Thematik einlesen will, der_dem sei dieser Artikel der Referentin in der ak empfohlen.

Geht nicht gibt’s nicht – Alternativen kommunaler Wohn-/Raumpolitik

Das Bochumer Netzwerk „Stadt für alle“, an dem auch wir uns beteiligen, organisiert am 4.4. eine Podiumsdiskussion bei der es im weitesten Sinne um die Frage geht, welche Möglichkeiten es gibt, Wohnraum dem Markt zu entziehen:



Eine Podiumsdiskussion mit dem Projekt »Our House OM10« aus Göttingen und der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Wohnbau Gießen GmbH.

04. April 2017, 19:00 Uhr, Foyer der VHS Bochum
(Gustav-Heinemann-Platz 2-6)

Die Stadt Bochum wächst wieder! Und mit ihr die Herausforderung für die Stadtgesellschaft, den Zugang zu städtischem Raum für Alle zu gewährleisten. Besonders die Nachfrage nach Wohnraum stellt die Qualität des Lebens in der Stadt auf den Prüfstand – und das nicht erst, seit die aktuellen Fluchtbewegungen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum ins Licht gerückt haben. Die Versorgung mit Wohnraum für Alle ist zu einer zentralen Frage der Stadtentwicklung geworden.

Das Bochumer Netzwerk »Stadt für Alle« sieht die Aktivitäten der Wohnungspolitik der Stadt Bochum kritisch. Dass eine Strategie, die in erster Linie auf den Markt setzt, nicht alternativlos ist, zeigen Beispiele aus anderen Städten. Über spannende und interessante Alternativen berichten eine Aktivistin vom Projekt »Our House OM10« in Göttingen und Reinhard Thies, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wohnbau Gießen GmbH.

Das Projekt »Our House OM10« in Göttingen

Im November 2015 wurde das sechs Jahre leerstehende DGB-Haus in der Oberen-Masch-Straße 10 (OM10) in Göttingen besetzt. Die Besetzung skandalisierte den Widerspruch zwischen der unwürdigen Unterbringungssituation von Geflüchteten in Massenunterkünften auf der einen und zahlreichen Leerständen auf der anderen Seite. Die Besetzer*innen öffneten das Haus für Geflüchtete und organisierten gemeinsame Angebote wie z.B. Deutschkurse oder Beratungen in Asylverfahren. Nach langen Verhandlungen mit dem DGB wurde das Haus im März 2017 von den Besetzer*innen zu einem politischen Preis gekauft. Es soll als politisches Zentrum und Raum für selbstverwaltetes Wohnen weiterentwickelt werden. (https://omzehn.noblogs.org)

Die Wohnbau Gießen GmbH

Die Wohnbau Gießen ist mit rund 7.000 Wohneinheiten der größte Anbieter von Mietwohnungen in der Universitätsstadt Gießen. Die Stadt Gießen ist alleinige Gesellschafterin der GmbH. Die Geschäfte werden nach den Grundsätzen der Wohnungsgemeinnützigkeit geführt. Als öffentliches Unternehmen hat die Wohnbau Gießen dabei »…insbesondere den Teil der Bürgerschaft im Blick, auf den das Marktgeschehen nicht ausreichend reagiert«. Eine weitere Besonderheit: Ein Unternehmensmieterrat hat ein Mitbestimmungsrecht bei Entscheidungen der Geschäftsführung. (www.wohnbau-giessen.de)

Einleitung ins Thema:
Rainer Midlaszewski (Stadt für Alle, Bochum)
Our House OM10: G. K.
Wohnbau Gießen GmbH: Reinhard Thies, Geschäftsführer der städt. Wohnungsbaugesellschaft Wohnbau Gießen GmbH
Moderation: Kirsten Heining (Stadt für Alle, Bochum)

Die Veranstaltung wird von der VHS Bochum in Kooperation mit dem Netzwerk »Stadt für Alle« und dem Mieterverein Bochum, Hattingen und Umgegend e. V. organisiert.

FaulenzA: Buchvorstellung und Konzert

Am 18.3. veranstalten wir ab 18:30 Uhr einen Abend mit der Musikerin und Autorin FaulenzA im Black Pigeon. Sie wird zunächst ihr neues Buch „Support your sisters not your cisters – Über Diskriminierung von trans*Weiblichkeiten“ vorstellen und anschließend ein HipHop- und Gitarrenlieder-Konzert spielen. Eintritt gegen Spende (Empfehlung 3 – 7 €).

Über FaulenzA:

FaulenzA spielt HipHop und Singer/Songwriter Musik. Sie ist eine trans*Frau und politische Aktivistin in queeren und linken Bewegungen.
Sie fetzt die Normalität weg mit fetten tanzbaren Rap-Beatz, oder nimmt die Gitarre und begleitet ihre Songs selbst.
FaulenzA möchte dich zum tanzen, zum lachen und weinen bringen.
Sie versucht sich selbst stark zu machen und freut sich in den Songs ihre Gefühle und Erfahrungen mit dir zu teilen. Ihre Musik ist ehrlich, intim und einfühlsam. Mal quatschig und lustig, mal melancholisch und warm, schön und zärtlich, oder ihre Musik geht wütend nach vorne. Sie ist FaulenzA’s Herzblut und Liebe. Sie ist ihre Wut, ihre Traurigkeit und Hoffnung. Sie ist ihre Welt aus Zuckerguss und Marzipan, mit Einhörnen und autonomen Mäusen. Komm mit! Wenn du magst, reist FaulenzA mit dir dorthin.

Über ihr Buch:

Die Musikerin „FaulenzA“ beschreibt aus ihren persönlichen Erfahrungen die Diskriminierung gegen trans*Frauen und gibt Anregungen für mehr Sensibilität und Support:
Sie erklärt Trans*misogynie als ein Zusammenwirken von Feminitätsfeindlichkeit, Transfeindlichkeit, Klassismus und Ableismus und richtet ihren Schwerpunkt darauf, wie sie dies auch in der feministischen und queeren Szene zu spüren bekommt. Trans*Frauen wird hier oft mit Skepsis, Ablehnung und Unbehagen begegnet. Sie stehen unter dem Druck zu beweisen, dass sie keine Cis-Männer sind, werden oft nicht als selbstverständlicher Teil feministischer Bewegung akzeptiert und ihre Perspektiven nicht gesehen. Manche Frauenräume/FLT*I*-Räume schließen ganz offen trans*Frauen aus, in anderen erfahren sie Ausschlüsse auf subtilere Weise.
Trans*Frauen wären „männlich sozialisiert“, wird gesagt, was FaulenzA als ein ebenso unsinniges, wie diskriminierendes Argument entlarvt. Weitere Themen sind u.a. „Trans*misogynie in den Medien“ und der „Trans*gender Day of Remembrance“. Im zweiten Teil des Buches gibt FaulenzA vom „Schwanz ab-Feminismus“ zum „Menstruationsneid“ einige Beispiele, die zeigen, wie durch biologistische Sichtweisen trans*Frauen ausgeschlossen und diskriminiert werden. Absichtlich und unabsichtlich.

„Geht nicht gibt’s nicht!“ – Kommunale Handlungsspielräume für eine Stadt für alle in Bochum

Wenn wir Druck auf die Stadt Bochum ausüben wollen, um eine andere Wohnungspolitik durchzusetzen, müssen wir erst einmal wissen, was kommunalpolitisch überhaupt möglich ist. Auch wenn das alles etwas trocken und schnöde klingt, empfehlen wir deshalb folgende Veranstaltung des Bochumer Bündnisses Stadt für Alle, an dem auch wir uns beteiligen:

„Geht nicht gibt’s nicht!“ – Kommunale Handlungsspielräume für eine Stadt für alle in Bochum

Donnerstag 26.01.2017., 19.00 Uhr, Bar Neuland, Rottstraße 15

Die bundesweite Debatte um rabiat steigende Mieten, Verdrängung und Wohnungsnot erreicht seit einigen Monaten auch Bochum. Der Wohnungsmarkt war hier lange entspannt, die Mieten stiegen wenig, freie Wohnungen waren zahlreich, die Segregation war vergleichsweise gering. Doch die jahrelange Schrumpfung der Stadt, die zu diesem Zustand beigetragen hat, ist vorbei. Auf einmal fallen die immer weniger werdenden Sozialwohnungen ins Gewicht. Besonders ärmere Mieter*innen haben es schwer.

Wie könnte diesen Mieter*innen geholfen werden? Mit welchen Maßnahmen könnten jahrelange Leerstände den Mieter*innen wieder zur Verfügung stehen? Was müsste passieren, um eine Preisspirale aufzuhalten? Wie könnten wieder mehr bezahlbare Wohnungen entstehen? Diesen Fragen wollen wir in einem kleinen Ritt durch die wohnungspolitischen Regelwerke nachgehen. Dabei soll besonders interessieren, was die Stadt Bochum selber machen könnte und welche Maßnahmen landes- bzw. bundesweit ergriffen werden könnten.

Antisemitismus – Formen des Judenhasses von Antike bis Gegenwart

Am 11.1. (diesmal also ein Mittwoch!) findet um 19 Uhr der letzte Vortrag unserer Reihe Herrschaftskritischer Kaffeeklatsch im Bahnhof Langendreer statt. Diesmal wird Ingo Elbe zum Thema Antisemitismus referieren:

Der Hass auf die Juden_Jüdinnen hat eine lange Tradition und ist auch im 21. Jahrhundert weltweit verbreitet. Nicht immer nimmt er solch offene Formen an, wie in den Mordaktionen der Hamas in Israel oder jüngst auch wieder dem Terror gegen Juden_Jüdinnen mitten in Europa. Spätestens nach Auschwitz und nach der Gründung des Staates Israel artikuliert sich der Hass auf die Juden_Jüdinnen oft in indirekteren Formen. Auf den öffentlichen Diskurs der westlichen Demokratien trifft zu, was Max Horkheimer und Theodor W. Adorno bereits 1947 (leider bestenfalls halb ironisch) konstatierten: „Aber es gibt keine Antisemiten mehr“ – also kaum jemanden, der sich offen dazu bekennt, etwas gegen Juden_Jüdinnen zu haben. Judenhass nimmt nun meist die Form des Zu-verstehen-Gebens, der Andeutung und vor allem der vermeintlich um den Weltfrieden besorgten „ehrbaren Israelkritik“ an. Der Vortrag behandelt mit dem christlichen Antijudaismus, dem modernen Antisemitismus und dem Antizionismus verschiedene Formen des Judenhasses und fragt danach, wie man die Kritik an der Politik einer israelischen Regierung von Antisemitismus unterscheiden kann.

Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Autor von u.a. „Marx im Westen“.