Nur mal so am Rande
wir sind eine Bande.
Was wir so machen?
Lauter naise Sachen.
Eigentlich hätten wir das hier gerne in Versen notiert
doch diese Muse hat uns so gar nicht hofiert.
Stattdessen haben wir einfach Kuchen gegessen
und die ganze Reimerei dann schlicht vergessen…

We are much serious, deshalb hier jetzt ganz ungereimt:

Wir sind ein Zusammenschluss von Menschen aus dem Ruhrgebiet, die eine linksradikale Herrschaftskritik weiterentwickeln und wahrnehmbar machen und diese in konkrete Kämpfe einbringen wollen. Wir wollen Herrschafts- und Ausbeutungsmechanismen (wie Patriarchat, Rassismus und Kapitalismus) nicht gegeneinander ausspielen und in Haupt- und Nebenwidersprüche aufteilen, sondern lieber darauf gucken, wie sie miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig verstärken.

Der Kapitalismus ist ein System, in dem der Tauschwert über den Bedürfnissen der Menschen steht und das auf stetige Kapitalverwertung und damit Ausbeutung und Zerstörung unserer Lebensgrundlagen angewiesen ist. Er ist dabei in erster Linie eine Herrschaft von Sachzwängen und keine personale Herrschaftsform. Eine emanzipatorische Kapitalismuskritik beinhaltet für uns deshalb auch immer eine Kritik an einer verkürzten, rein personalisierten Kapitalismuskritik, von der es oft nicht weit zu antisemitischen Verschwörungstheorien ist.

Rassismus ist nicht nur ein Phänomen des rechten Randes sondern tief in der Gesellschaft und Staat verankert und wirkt auch dort fort, wo Menschen sich als links verstehen. Wir beziehen uns in diese Kritik mit ein und sehen ein kritisches Auseinandersetzen mit dem eigenen Weißsein als wichtigen Bestandteil antirassistischer Kämpfe.

Das Patriarchat ist eine der ältesten Herrschaftsformen und basiert auf der Einteilung von Menschen in die gesellschaftlich konstruierten Kategorien Mann und Frau. Männer werden dabei gegenüber Frauen privilegiert durch Ungleichbehandlung auf verschiedensten Ebenen. Beispielsweise sind Frauen auch heute noch für die meist unbezahlte Reproduktionsarbeit im Haushalt verantwortlich. Im Patriarchat werden nicht nur Cis-Frauen benachteiligt, sondern auch Menschen, die oder deren Begehren gar nicht erst in diese Binarität passen, z.B. Schwule, Lesben, Bi- und Asexuelle sowie trans*, inter* und nicht-binäre Menschen.
Mackertum und (Cis-/Hetero-)Sexismus gibt es auch in der linken Szene, Queerfeminismus sollte deswegen nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern integraler Bestandteil linksradikaler Politik sein.

Auch wenn wir diese Herrschaftsformen nun etwas isoliert aufgezählt haben, ist es uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass sie nicht isoliert voneinander existieren, sondern ineinander verschränkt in Form eines weißen, kapitalistischen Patriarchats. Zudem ist diese Aufzählung und Beschreibung alles andere als komplett und die Form eines kurzen Selbstverständnisses notwendigerweise verkürzt.